Merkblatt winterharte Kakteen

Herkunft, Verbreitungsgebiete

Die meisten winterharten Kakteenarten stammen aus den westlichen USA, hinauf bis ca. zum 52° . nördlichen Breitengrad in Kanada. In den dortigen höheren Gebirgslagen gibt es regelmässige tiefe Frosttemperaturen, sowie recht hohe Niederschlagsmengen auch in Form von Schnee.

In den Anden Südamerikas kommen etliche Kakteenarten vor, welche extreme Minustemperaturen ertragen, dies allerdings bei absoluter Trockenheit, d.h. in unseren mitteleuropäischen Wintern mit viel Niederschlag nur sehr bedingt geeignet.

Ganz im Süden von Argentinien und Chile paart sich die Kälte mit mehr Niederschlag, was wiederum einige für uns geeignete Arten von Kakteen zur Folge hat.

Standort und Aufbau des Kakteengartens

Der Schlüssel zum Erfolg für einen Kakteengarten liegt neben der Sortenwahl eindeutig bei der Standortwahl und dem Aufbau.

Ganz allgemein gilt hier: möglichst viel Sonne und Wärme!

Südwände an Häusern, möglichst sogar noch unter Balkonen oder Vordächern, bieten sich geradezu als Standorte für Ihre winterharten Kakteen an.

Wärmespeicher und Lichtreflexion, sowie Schutz vor Zugluft und Regen sind wichtige Faktoren um nebst den härtesten Arten hier auch einmal eine empfindlichere Sorte pflegen zu können!

Im Freiland gilt als oberstes Gebot eine gute Drainage am Grund des Kakteenhügels aus groben Bruchsteinen einzubauen.

Darüber kommt eine nach Süden gerichtete Wandkiesfläche durchmischt mit ca. 30% gutem Humus. Als Abdeckung verwenden wir wiederum eine Schicht grössere und kleinere Steine, welche nicht nur zur Gestaltung einer naturnahen Landschaft dienen, sondern gleichzeitig als Wärmespeicher und Sonnenreflektoren arbeiten.

Wind- und regengeschützte Lagen sind vorzuziehen,  Tröge, Pflanzenkübel und Atriumgärten sind ebenfalls sehr gute Möglichkeiten, diese besonderen Pfleglinge unterzubringen.



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Wasser und Düngung

Wassergaben sind allgemein nur unter Balkonen und Vordächern von März bis Juli nötig, wo sonst praktisch nie Regen hingelangt. Spätestens ab August ist auch dort mit dem Wässern aufzuhören.

Im Freiland ist ausser zur Pflanzung bei unseren klimatischen Verhältnissen kein Giessen nötig.

Entgegen der landläufigen Meinung sind Kakteen Starkzehrer was den Nährstoffbedarf anbelangt. Somit ist eine gezielte Düngung von April bis Juli mit einem speziellen im Handel erhältlichen Kakteendünger angezeigt!

Regenschutz/Winterschutz

Die von uns in der Baumschule angebotenen Arten und Sorten von winterharten Kakteen benötigen keinen winterlichen Regenschutz!

Voraussetzung ist eine einwandfrei funktionierende Drainage im Freiland mit genügend nach Süden ausgerichteter Neigung der Pflanzflächen.

Weniger harte und alle nässeempfindlichen Arten werden nur nach solider Beratung abgegeben!

Krankheiten und Schädlinge

Grundsätzlich treten bei Freilandsukkulenten weit weniger Probleme auf als bei Gewächshauskultur.

Die grössten Schäden verursachen Schnecken, welche vor allem Jungtriebe und Blüten befallen. Da aber Schnecken durch Nützlinge oder durch nützlingsschonende Schneckenkörner leicht bekämpft werden können, stellen diese sicher kein grosses Problem dar.

Unter den tierischen Schädlingen sind Wurzelläuse, Schildläuse und Wollläuse zu erwähnen, die bei stärkerem Befall chemisch bekämpft werden müssen.

Die auch bei den nicht winterharten Kakteen auftretende Trockenfäule führt ebenfalls zu Schäden, bei Opuntien ist das Ausmass jedoch gering, da die Trockenfäule meist nur einige wenige Triebe erfasst, welche im Frühling weggeschnitten werden können.

Unterhaltsarbeiten

Wie bereits erwähnt werden im Frühling kranke und verfaulte Triebe weggeschnitten, sowie zu stark wuchernde Opuntien zugunsten von schwachwachsenden Arten in ihrer Grösse limitiert. (Bei sonnigem Wetter ausführen, Schnittwunden trocknen besser und schneller aus.)

Ansonsten stellt vor allem die Unkrautbekämpfung die grösste Herausforderung dar.

Bereits bei der Anlage des Kakteengartens ist auf unkrautfreies (auch Samen) Substrat zu achten. Allein schon die Bekämpfung des eingeflogenen Unkrautes kann bei stark bestachelten Kakteen zu einer schwierigen Übung werden.

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